Bücher/Kultur


1. Wenn muslimische Frauen ihr Kopftuch zur Flagge der Freiheit machen
2. . EUROPÄISCHE ÖFFENTLICHKEIT 
3. MÄRCHEN : Gérard Jugnot : " L'heure des contes " Die Brüder Grimm und Schneewittchen
4. Studie in Deutschland: Vertrauen in Medien gestiegen

                                                                                                           *    *    *
Wenn muslimische Frauen ihr Kopftuch zur Flagge der Freiheit machen

Sie ist groß, schlank, sympathisch und kommunikativ. Man würde nie vermuten, dass der 28-Jährige ein Meister der Meditation und Konzentration ist. Mitra Hejazipour war jedoch die iranische Schachmeisterin, die 2015 den Titel "Internationaler weiblicher Großmeister" erhielt, den prestigeträchtigsten Titel vor dem Weltmeistertitel. Sie wird nun unter den Farben Frankreichs an internationalen Turnieren teilnehmen.
Warum?
Denn sie hat ihr Kopftuch und ihren Tschador abgelegt. Im Jahr 2019 wagte sie es, ohne Kopftuch unter iranischer Flagge bei der Blitz-Weltmeisterschaft in Moskau anzutreten. Blitz ist ein Wettbewerb mit sehr schnellen Spielen. Dieses Wagnis brachte ihr den Ausschluss aus ihrer Nationalmannschaft ein. Ihr Foto, auf dem sie ihr schwarzes Haar zu einem Pferdeschwanz zurückgebunden hat, hat die allmächtigen Mullahs in Teheran erzürnt.
Sie wurde aus ihrer Mannschaft ausgeschlossen, weil sie "das Gesetz nicht respektierte", und verließ ihr Heimatland in Richtung Frankreich, wo ihre Eltern und ihre kleine Schwester noch immer leben: "Die Heuchelei innerhalb des iranischen Verbandes und die Verpflichtung für uns Spieler, an staatlichen Zeremonien teilzunehmen, haben mich belastet. Ich hatte immer eine innere Stimme, die mir sagte: <Da stimmt etwas nicht>.Ich verstand, dass ich aufhören musste," sagte sie. Sie ist nach Dorsa Derakhshani, die jetzt für die Vereinigten Staaten antritt, die zweite iranische Meisterin, die für die Nationalmannschaft gesperrt wurde.
Sie ist, wie sie sagt, die Tochter ihres Vaters. Der Bauingenieur brachte ihr das Schachspiel bei, sagte ihr aber auch, dass sie niemals ein unlogisches oder ungerechtes Wort akzeptieren sollte. "Er hat den Samen gepflanzt", sagt sie. sagt sie. Diese junge Frau verkörpert die junge Generation, die in einem muslimischen Land aufwächst, in dem die religiösen Sitten auf "Befehl des Muftis" durchgesetzt werden, insbesondere zum Nachteil der Frauen. Diese gebildeten und intelligenten jungen Frauen akzeptieren jedoch nicht mehr die Dummheit und die Lügen, die der politische Islam verbreitet. Das ist der Grund, warum die Taliban, die ihnen vor zehn Jahren den Schulbesuch in Afghanistan verboten haben, ihn jetzt wieder verbieten und sie weit weg von der Außenwelt einsperren werden.
Aber in der Türkei, im Iran und in Algerien gibt es schon seit gut zehn Jahren Aufstände gegen die islamische Herrschaft. Auch im Libanon lautete im vergangenen Jahr die Hauptparole der jungen Meuterer, Religion und Politik zu trennen. Genau das hat Präsident Kaïs Saïed in Tunesien getan, indem er ein nicht repräsentatives Parlament in Tunis, in dem die Islamisten die Oberhand hatten, geschlossen hat. Darauf hoffen zumindest die tunesische Jugend und viele gebildete Erwachsene, die den Druck der islamistischen Partei Ennahda, die nicht mehr die lebendigen Kräfte des tunesischen Volkes repräsentiert, nicht mehr vertragen konnten.
Leider wird der politische Islam in vielen Ländern mit Waffen und Bomben aufrechterhalten. Der Islam ist mehr und mehr Krieg und grausame Diktatur. Aber der Islam steht mit dem Rücken zur Wand. Der Laizismus französischer Prägung muss in all diesen Ländern zu einem Exportartikel werden. (Analyse des Herausgebers und zu Mitra Hejazipou, nach Ghazal Golshiri. "Le jeu de la dame iranienne", in: "M le Magazine du Monde", 1. August 2021)

EUROPÄISCHE ÖFFENTLICHKEIT
Dr. Heinz Wimpissinger, Generalsekretär der Europa-Gesellschaft CK

Das Informationsdefizit der europäischen Bevölkerung sollte abgesehen von den Bemühungen durch die
Europa-Institutionen durch nationale, regionale und lokale Initiativen stärker ergänzt werden.
Die sogenannte vertikale Europa-Berichterstattung ist gut und notwendig, wird aber von der breiten
Bevölkerung oft unzureichend wahrgenommen oder verleitet sogar zur Meinung, die innere und elitäre
Bürokratie arbeitet abseits der Bedürfnisse der Bürger. Sehr typisch dafür ist dabei entstehende Probleme auf
„Brüssel“ zu schieben.
Europäisches Informationsvolumen steht durch die ständig größere Vernetzung und Vertiefung der EU in
großem Umfang zur Verfügung, Ganz wichtig wäre es zu den üblichen Informationsquellen der Bürger
vorzustoßen und strukturell für laufende Europa-Informationen zu sorgen.
Das Fernsehen zählt heute zum allgemeinen Hauptmedium. Durch eine tägliche Fernsehberichterstattung, sei
es in den Nachrichten oder in einer täglichen Separatsendung, könnte die Europäisierung breitflächig
verbessert werden. Dazu könnten eigentlich alle staatsnahen Fernsehanstalten mit öffentlicher Finanzierung
in allen EU-Ländern angehalten werden. Wichtig dabei wäre, diese Sendungen nicht auf Nebenkanäle und
Randzeiten zu konzentrieren. Auch nationale Nachrichtenagenturen sollten verstärkt eingebunden werden.
Die privaten Medien würden sich dadurch aus Konkurrenzgründen sicherlich in irgendeiner Form
anschließen. Die Gründung mehrsprachiger europäischer Agenturen wäre zu prüfen. Viele Qualitätszeitungen
verfügen bereits über EU-Seiten. Es müsste jedoch versucht werden, dass auch die Massenblätter jeweils
eine regelmäßige EU-Spalte einführen. Die Redaktions-Zusammenarbeit „EUROPA“ europäischer
Printmedien ist eine beispielhafte Vernetzung.
Von immenser Bedeutung ist heutzutage die Nutzung von Plattformen der sozialen Medien, durch welche ein
Millionen-Publikum erreicht wird und wodurch ein sehr individualisierter Meinungs- und
Informationsaustausch ermöglicht wird.
Auch die nationalen Parlamente und Regionalvertretungen sollten zur regelmäßigen Einbeziehung der EU-
Themen und Beschlüsse finden. Wünschenswert wäre es auch, dass die national für die EU gewählten
Vertreter je nach Thema für öffentliche Berichte im nationalen und regionalen Bereich stärker auch
persönlich präsent sind. Dazu würde auch zählen, dass die in die EU entsandten Vertreter ihre Büros in der
Heimat der Öffentlichkeit für Auskünfte und Vorschläge zur Verfügung stellen.
In den Schulen der EU-Länder sollte im Lehrstoff auf den verschiedenen Schulstufen die europapolitische
Bildung der Schüler berücksichtigt werden. Gerade der Jugend ist unsere anhaltende Friedensperiode als
zentrale Errungenschaft der europäischen Einigung nicht mehr gleicherweise einsichtig wie den älteren
Generationen.
Eine solche horizontale Europäisierung könnte die Identifizierung mit Europa in der Bevölkerung und damit
die Bildung einer europäischen Identität verbessern, Es könnte auch dazu führen, dass eine stärkere aktive
Beteiligung von Bürgern in Europafragen erfolgt und sollte damit den nationalistischen und populistischen
Tendenzen entgegenwirken. (Heinz Wimpissinger. Wien. 15.07.2021))

                                                                                                              *    *    *
ÜBER MÄRCHEN : Gérard Jugnot : " L'heure des contes ". 

Am 30. November strahlte der Sender "France 5" den Film "Tandem" von Patrice Leconte aus dem Jahr 1987 erneut aus. In den beiden Hauptrollen sehen wir zwei gebürtige Pariser, Jean Rochefort (1930-2017) und Gérard Jugnot (geb. 1951), die aus beruflichen Gründen durch Frankreich reisen.

Der Film hat ein doppeltes Ende, eines, das tragisch hätte sein können, gefolgt von dem anderen, das ein echtes "Happy End" ist. Es zeigt die Wanderungen und den Niedergang eines äteren Radiostars (Rochefort), talentiert, aber mythomanisch, und seines jungen Assistenten und Prügelknaben(Jugnot) durch Frankreich Als es vorbei war, fällt Rochefort, Michel Mortez im Film, wie die Katze auf seine Pfoten aufrecht und rettet mit ihm seinen Mitarbeiter.

Es ist einer der großen Filme des französischen Kinos mit zwei renommierten Schauspielern und einem unerwarteten Ende. Jugnot und sein Kumpel verlassen Paris am Ende des Films in Richtung Bordeaux. Momentan im Film, aber am Ende ist es das, was er im Leben getan hat, wie viele Pariser, die es sich leisten können. Der waschechte Pariser Jugnot, der heute viel älter ist und einen kurzen weissen Backenbart trägt, antwortete auf den Ruf des Waldes: "Ich lebe jetzt schon seit geraumer Zeit für einen Teil des Jahres im Süden. Paris ist anstrengend geworden: Es ist eine Stadt der Schickimickis, in der man nur noch Roller oder Fahrrad fahren kann".

Kürzlich vertraute er seine Vorstellungen über die Gegenwart "Femina" (7.-13. Dezember 2020, S. 14), der Frauenzeitschrift der "Dernières Nouvelles d'Alsace“,an. Der Schauspieler hat gerade ein Buch beim Verlag Flammarion mit dem Titel "C'est l'heure des contes" veröffentlicht. „Dieses Buch" sagt er, entstand aus meiner Besessenheit, Rosa über Schwarz zu setzen (...)". Aber", fügt er hinzu, "als ich auf die Mörchen zurückblickte, war ich erstaunt, wie abscheulich all diese Geschichten sind; Eltern, die beschließen, ihre Kinder im Wald auszusetzen, weil sie sie nicht ernähren können, ein böser Wolf, der eine Großmutter frisst... Wenn man sie liest, kann man nicht sagen, dass die Welt vorher besser war“. Und weiter erklärt er, wie die Idee zu ihm kam: "Als ich später meinen Sohn mitnahm, um die Märchen im Kino zu sehen, wurde mir klar, wie traumatisch sie für Kinder waren". Jugnot bedauert ein wenig, dass das Image des Wolfer immer negativ sei: "Es ist unfair, wenn wir wissen, dass Wespen und Nilpferde viel tödlicher sind".

Seine Antwort auf die Frage nach unserer heutigen Gesellschaft, die in sozialen Netzwerken und im Virtuellen ertränkt wird, ist weniger ironisch: "Der Aufstieg der sozialen Netzwerke und die Invasion der „Fakes“ beunruhigen mich enorm. Viele Menschen vertrauen Journalisten, Politikern oder Spezialisten nicht mehr und glauben lieber Irgenjemanden, derseine verworrenen Theorien im Internet verbreitet. Wenn man die Verschwörer aller Länder sieht, wie die Amerikaner, die immer noch davon überzeugt sind, dass die Erde flach ist, denkt man, dass die Idioten überall sind!“ Außerdem schadet dieses riesige "Wohnzimmer", in das jeder geht, um seinen eigenen Kommentar abzugeben, dem Planeten sehr... Wir sprechen über den Kohlenstoff-Abdruck von Flugzeugen, aber der Kohlenstoff-Aabdruck des Clouds ist signifikanter. Trotzdem nehme ich lieber ein Flugzeug, um die Welt um mich herum zu sehen, als Fotos von mir selbst ins Netz zu stellen". (JPP - 14. November 2020)

Die Brüder Grimm und Schneewittchen


Die Bemerkung von Gérard Jugnot über Märchen lässt uns besonders an Schneewittchen denken, das als eines der schlimmsten grausamen Märchen überhaupt gilt. Nur durch ein Wunder hat es einen Happy End. Ansonsten hat die böse Schwiegermutter ihre Ziele perfekt erreicht, und abgesehen von dem sprechenden Zauberpiegel, spielt sich alles im wirklichen Leben.ab. Neidisch , weil sie "tausendmal schöner" ist als sie, wird die Prinzessin Schneewittchenvon ihrer Schwiegermutter in den Wald geschickt, um getötet zu werden. Verschont nimmt sie Zuflucht in dem kleinen Haus der sieben Zwerge. Die Schwiegermutter findet sie und vergiftet sie, als Hexe verkleidet. Sie wird nur durch den Kuss eines Prinzen wieder zum Leben erweckt.

Nur wenige Erzählungen schaffen es, uns die wichtigsten Phasen der Entwicklung eines Kindes - insbesondere die Pubertätszeit für Mädchen - sowie Schneewittchen verständlich zu machen. Zu Beginn der Geschichte sticht sich eine Königin, die später bei der Geburt von Schneewittchen stirbt, in den Finger. Drei Tropfen Blut fallen in den Schnee: Unschuld, Weiss kontrastiert also mit Sexualität, der Farbe Rot. Laut psychoanlytischer Deutung bereitet dieses Märchen kleine Mädchen darauf vor, sexuelle Blutungen, die Menstruation, zu akzeptieren. Das Kind lernt, dass eine kleine Menge Blut die erste Voraussetzung für die Empfängnis ist. In gleicher Weise wird Schneewittchen von asexuellen Zwergen als "weises" junges Mädchen erzogen, das auf "den jungen und schönen Prinzen" wartet, der sie von dem Begehren befreit, das sie erstickt (symbolisiert durch den Apfel). Die Haltung der Stiefmutter, die vergeblich versucht, sich selbst zu beruhigen ("Spiegel, mein schöner Spiegel..."), erinnert uns daran, dass unter den Schritten, die für die Konstruktion weiblicher Identität notwendig sind, die Mutter ihrer Tochter weichen muss. Aber jenseits der Erzählung hätte es eine historische Realität gegeben, auf die die Brüder Grimm, deren Grab auf dem Friedenau-Friedhof in Berlin zu sehen ist, ihre Geschichte ein wenig aufgebessert haben.

Der Alfelder Schneewittchen-Pfad

Mehrere Regionen in Deutschland beanspruchen den Ursprung vn „Schneewittchen“ für sich. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Brüder Grimm, die 1812 die endgültige Fassung schrieben, diese im südlichen Niedersachsen im "Siebengebirge" (der Bergregion der Leine) erhalten haben, dass sie umherbereisten, um Stories zu sammeln. Nicht weit entfernt liegt das Bergbaugebiet des Osterwaldes, wo die "Zwerge" möglicherweise in einem Kohlebergwerk gearbeitet haben, das es dort sseit dem 16 Jahrhundert gibt. Es gibt dort auch eine Glashütte, die die Idee des gläsernen Sarges gegeben haben könnte. Schließlich gibt es noch die Ruine der Stauffenburg, die die Heimat der bösen Schwiegermutter hätte sein können. Im Jahr 2002 wurde bei Alfeld an der Leine ein Weg entdeckt, der als "Schneeweißer Pfad" bezeichnet wird.

Ein anderer Ursprung könnte auf die Erzählerin Marie Hassenpflug zurückgehen, die im westhessischen Kassel oberhalb der Main Linie lebte. Der hessische Regionalist Eckhard Sander sieht die Tochter des Grafen Philipp IV. von Waldeck, Margaretha, als Schneewittchen. Nach Dokumenten in den Archiven der Stadt Bad Wildungen existierte sie wirklich und war bekannt für ihre große Schönheit und hatte eine strenge Schwiegermutter, vielleicht eifersüchtig auf die Schönheit ihrer Schwiegertochter, wie die Leute wohl angenommen haben. Aber es besteht ein Widerspruch darin, dass ihr Vater sie im Alter von 16 Jahren auf eine Reise zum Königlichen Hof von Brabant, heute in Brüssel, schickte, um einen echten Prinzen zu heiraten. Damals war es üblich, dass örtliche Adelige, die eine sehr schöne Tochter hatten, versuchten, sie in eine königliche Familie einzuheiraten (wie in Pierre Benoits Roman "Königsmark"), wo dieNeuankömmlingin natürlich nicht nur wohlmeinende Menschen traf.

Auf dem Heimweg  am Gift gestorbent?

Aber wie könnten wir verstehen, dass Margaretha bereits mit 16 Jahren eine böse Schwiegermutter an ihrem Herkunftsort gehabt haben kann, wenn sie sich anderweitig um eine Heirat ganz weit weg bemüht hätte? Dennoch überquerte sie zu Beginn ihrer Reise die Sieben Berge. Die Geschichte scheint dort zu spielen, in einer Bergregion, mit den Sieben Zwergen usw. In Wirklichkeit wäre sie jedoch in Brüssel angekommen, und dort ist ihre Schönheit das Problem,. Sie ziht mehrere Bewerber an: Graf Egmont (1522-1568), der später durch Goethe (1782) berühmt wurde, dann Beethoven (1812) und den Thronfolger, der Philipp II. werden wird. Das ist interessant bez. der Daten, aber auch für den Kontext, in dem die Geschichte der Brüder Grimm entstand. Goethes Drama über einen guten Menschen, der für die Freiheit kämpft und dafür mit seinem Leben bezahlen wird, spielt inmitten des "Sturm und Drang", dem Ausgangspunkt der deutschen Romantik. Es ist offensichtlich, dass die Erzählung von Schneewittchen von der Romantik inspiriert ist. Tatsächlich sind alle Zutaten vorhanden. Sogar mit der Gesundheit der sich verschlechternden Schönheit. Ihre Jugend, als sie am 13. März 1554 im Alter von 21 Jahren stirbt. Sicherlich ihre Blässe am Ende ihrer Tage und im Tod, die ihren Spitznamen Schneewittchen rechtfertigt.

Wahrscheinlich starb sie an einer Arsenvergiftung. Zumindest ist das die Indikation, die sich in Waldecks lokaler Chronik findet. Es war damals gängige Praxis, Ärgernisse und Peinlichkeiten mit Arsen zu beseitigen. Sie schrieb ihr Testament selbst mit einer zitternden Handschrift, die die fortschreitende Vergiftung bestätigt. Der Wohnort der sieben Zwerge wäre also das Bergwerksdorf Bergfreiheit, das heute Schneewittchendorf heißt. Es müsste festgestellt werden, ob es sich um dasselbe Gebiet und dasselbe Berfgwerk handelt wie in der von den Brüdern Grimm gesammelten Version. Auf jeden Fall haben die Brüder Grimm die gesamte Brabant-Episode eliminiert. Sie wäre in Langenbach gestorben, einem Ort mit deutscher Konsonanz. Ist sie auf der Rückreise nach Hause gestorben? In der Chronik steht, dass Margaretha blond war. Dies bestätigt die grundsätzliche Authentizität der Geschichte der Gebrüder Grimm, die 1808 in einem ersten Entwurf ihrer Erzählung schrieben, Schneewittchen habe "gelbe" Haare (das Wort "gelb" im Deutschen ist weniger negativ als

Wir könnten auch "Dornröschen" heraufbeschwören, das von den Brüdern Grimm durch den Kuss eines Prinzen geweckt wird. Dornröschen hat auf die deutsche Kultur nicht weniger Eindruck gemacht als "Schneewittchen". Noch immer heißt es von jemandem, der plötzlich aufwacht: "Aus dem Dornröschenschlaf erwacht". Diese Erzählungen sind ein ausgewähltes Terrain für die Psychoanalyse, die böse Schwiegermutter, die sieben Zwerge (und sieben Berge, die auch anderswo in Deutschland zu finden sind, insbesondere das Siebengebirge bei Bonn) und der gläserne Sarg usw.

Dokumentation: Kirsten Hoehne und Claudia Moroni (das Buch) schrieben: Schneewittchen und der Mord in Brüssel. (Schneewittchen und der Mord in Brüssel). Diese Dokumentation wurde 2005 vom Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) in der Reihe "Märchen und Sagen - Botschaften aus der Wirklichkeit" (Teil 1) ausgestrahlt. Schneewittchen & der Jäger ist ein amerikanischer Film von RupertSanders aus dem Jahr 2012. Der Film basiert auf dem Märchen der Brüder Grimm. Man kann auch über die Erzählungen lesen: Anna, ANGELOPOULOS, Aigli BROUSKOU, Catalogue raisonné du conte grec, Types et versions AT 700-749, Athens FNRS / 1996, Trad. Maisonneuve et Larose; Bruno BETTELHEIM, Psychoanalyse des Märchenss, Paris, Livre de Poche, 1975. Und vor allem Carl Gustav JUNG. Die Wurzeln des Bewusstseins. Studien über den Archetyp. Hrsg. Buchet/Chastel. Paris. 1971. (Jean-Paul Picaper. 14. November 2020)

Studie in Deutschland: Vertrauen in Medien gestiegen

Die „Lügenpresse“ wie Rechtsaußen und Linksaußen behauptet wird...? Oder die „Lückenpresse“, weil nicht alle wichtigen Themen im Blätterwald und am Bildschirm ausreichend behandelt werden? Ganz anders als es diese wünschen, die stets auf die Presse ihre Rohrkrepierer abschießen, steigt das Vertrauen in die freie Presse der liberalen Demokratie, die uns in Europa zur Verfügung steht. Umfragen in Deutschland bestätigen das.

Das Vertrauen der Menschen in Deutschland gegenüber den Medien ist im Krisenjahr 2020 gewachsen. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage unter etwa 1.000 Wahlberechtigten im September und Oktober von Infratest Dimap im Auftrag des WDR hervor. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Vertrauenszuwachs sechs Prozent, somit bewerten insgesamt 67 Prozent der Befragten das Medienangebot in Deutschland als glaubwürdig. Dieser Wert ist seit der erstmaligen Erhebung im Jahr 2015 der höchst gemessene. Am glaubwürdigsten unter den Medien sind öffentlich-rechtliche Radiosender (81 Prozent), öffentlich-rechtliche Fernsehsender (79 Prozent) sowie Tageszeitungen (74 Prozent). Am wenigsten glaubwürdig sind Social-Media-Plattformen sowie die Boulevardpresse.

Laut Umfragen bewerten zudem vier von fünf Befragten die Corona-Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als „gut“ oder „sehr gut“. Was die Unabhängigkeit der Medien betrifft, gibt es Zweifel. So glaubt mehr als ein Drittel, dass es Vorgaben von Staat und Regierung für die Berichterstattung der Medien gibt. 60 Prozent glauben allerdings, dass Staat und Regierung keinen Einfluss auf die Berichterstattung haben, dieser Wert ist der höchste seit dem Beginn der jährlichen Studie. So dumm sind die Menschen doch nicht, dass sie nicht unterscheiden können, was wahr und unwahr ist. (Nach einem Bericht des Berliner Fachjournalisten-Verbands DFJV vom 3.12.2020, news@dfjv.de)